P.T.V. - Parcours en Terrain Varié


P.T.V. - Die Geländestrecke/Hindernisparcours

 

Diese Prüfung dient dazu, die Qualität der für den Wanderritt eingesetzten Pferde zu bewerten (Gehorsam, Leistungsbereitschaft, Durchlässigkeit, Gleichgewicht, Trittsicherheit) sowie die Exaktheit und die Hilfengebung des Reiters und seine Sicherheit in unterschiedlichem Gelände zu bewerten. Es wird also das Paar Pferd/Reiter geprüft.

 

Der Parcours

 

Die Prüfung findet auf einer markierten Strecke von ca. 2,5 - 5 km Länge statt und ist in einer festgesetzten Zeit zu absolvieren (ungefähr 12-14 km/h). Die Strecke enthält 16 natürliche oder naturnahe Hindenisse, die typischerweise im Laufe eines Wanderrittes angetroffen werden können. d.h. natürliche und nachgebaute (künstliche) Hindernisse wie zum Beispiel: Baumstamm, Brücke, Hecke, Wasserüberquerung - Wasserfurt, Tor, Unbeweglichkeit, usw...

 

Die Richter achten mehr auf die Effektivität, die Vorwärtsbewegung und den Stil des Paares, als auf die Vorstellung des Pferdes. Obwohl sich die Höhe der Hindernisse in vernünftigen Grenzen hält, erfordern einige von ihnen wirkliche körperliche Kräfte und Kondition von Reiter und Pferd.

 

Da dieser Bewerb am Tag nach dem Orientierungsritt stattfindet kann man sich auch ein Bild über den Erholungszustand des Pferdes machen.

 

 

 

Gangarten

 

Die Gangart zwischen den Hindernissen ist beliebig. Für die Überwindung bestimmter Hindernisse kann sie von Fall zu Fall beliebig sein oder durch das Reglement vorgeschrieben werden. (Siehe Beschreibung der einzelnen Hindernisse).


Parcoursbesichtigung

 

Der Parcours wird durch die Teilnehmer zu Fuß und ohne Pferd besichtigt. Der Zeitpunkt des Beginns und das Ende der Besichtigung wird durch den Veranstalter festgelegt und ausgehängt. Der erste Start erfolgt frühestens 1/2 Stunde nach Ende der Besichtigung.

 

Bewertungskriterien

 

An jedem Hindernis sind maximal 10 Punkte erreichbar, gemäß Bewertungsskala (siehe bei der Erklärung der einzelnen Hindernissen) und Vorgabe der Richter. Das ergibt insgesamt die maximal erreichbare Summe von 160 Punkten. Diese Punkteergebnis wird mit denen der anderen Bewerbe addiert und ergibt somit die Platzierungsreihenfolge.

Die Note pro Hindernis kann im schlechtesten Fall Null, aber nicht negativ sein. Ein nicht durchrittenes Pflichttor führt zum Ausschluss.

Bei einer Mannschaftswertung werden nur die besten 3 Reiter gewertet.

 

 

Zeitwertung

 

Der Veranstalter gibt eine Zeitvorgabe (Höchstzeit), in welcher die P.T.V.-Strecke spätestens absolviert worden sein soll. 5 Strafpunkteabzug gibt es für die erste angefangene Minute der Zeitüberschreitung. Wird die 2. Minute überschritten, werden 10 Punkte und für die Erreichung der 3. Minute werden 15 Punkte vom Punktestand abgezogen. Die Punkte für Zeitüberschreitung können maximal 30 Punkte betragen. Die Zeitmessung darf ohne Entscheidung der Jury nicht angehalten werden. Die Höchstzeit wird von der Richtergruppe anhand durchgerührter Versuche vor der Prüfung festgelegt.

 

Verweigerung

 

Bei 3 Verweigerungen an einem Hindernis wird die Note 0 für dieses Hindernis vergeben, es erfolgt jedoch kein Ausschluss des Teilnehmers von der Prüfung und es kann weiter zum nächsten Hindernis geritten werden.


Die Hindernisse

 

Die Hindernisse (es können bis zu 16 bei einer PTV vorkommen) sind nummeriert und jeweils durch eine rote Fahne (rechts) und eine weiße Fahne (links) begrenzt sein. Pferd und Reiter müssen obligatorisch zwischen diesen beiden Fahnen hindurchreiten bzw. -führen. Sie sind Bestandteil des Hindernisses!

 

Strafzonen

 

Bei bestimmten Hindernissen können Strafzonen (3-5 m) vor und hinter dem Hindernis vorgesehen werden. Innerhalb dieser Strafzone werden Strafpunkte vergeben und Verweigerungen oder Stürze bewertet. Der Zugang und das Verlassen dieser Zonen kann in jeder Richtung ohne Rücksicht auf die Strecke erfolgen. Das Material für die Markierung der Strafzonen bleibt der Initiative des Veranstalters überlassen (Fahnen, Kalk, Sand etc.)

 

Anmerkung: Sofern Fahnen verwendet werden, dürfen sie nicht weiß oder rot und auch nicht in der gleichen Farbe wie die Richtungshinweisschilder sein.

 

Bewertung der Gangarten

 

Im Allgemeinen wird eine Unterbrechung bzw. ein Wechsel der Gangart, der Übergang von einer schnelleren in eine langsamere Gangart oder Störungen in der Bewegung während der Strecke nicht bewertet. Hierbei wird auf Grund unterschiedlicher Ausrüstung (z.B. Westernsattel) u.a. auch bewertet, ob durch den Reiter eine Behinderung im Pferderücken verursacht wird. Solche Unregelmäßigkeiten werden nur bei Überwindung des Hindernisses selbst bestraft, d. h. während sich der Reiter zwischen den Fahnen am Anfang und am Ende des Hindernisses befindet.

 

Bei den Hindernissen, in denen eine bestimmte Gangart (Galopp, Trab, Schritt) gefordert ist, wird ein Gangartenwechsel in der Spalte Ausführung bewertet. Sofern eine niedrigere Gangart gewählt wird, erfolgt die Bewertung in der Spalte Stil.

 

Allgemeine Grundlagen für die Bewertung

 

Jedes Hindernis wird mit einer Gesamtnote zwischen 0 bis 10 Punkten bewertet. Diese Note ist das Ergebnis der Beurteilung der Ausführung Effektivität (E) und des Stils (S).

 

Ausführung und Stil sind Teilnoten gemäß nachstehenden Grundsätzen:

  • ausgeführt / nicht ausgeführt
  • überwunden / nicht überwunden
  • berührt / nicht berührt
  • bewegt / nicht bewegt
  • Ungehorsam / ohne Ungehorsam

 

Allein diese Kriterien gelten.

 

Die Noten werden wie folgt vergeben:

 

 

7 Punkte für

  •  ohne Ungehorsam
  • kein Huf hat berührt
  • kein Eingreifen
  • keine Störungen in der Vorwärtsbewegung
  • etc....

 

4 Punkte für

  • einmal Ungehorsam
  • ein Huf hat berührt
  • einmaliges Umgreifen
  • eine Stockung in der Vorwärtsbewegung
  • etc....

 

1 Punkt für

  • zweimal Ungehorsam
  • zwei Hufe haben berührt
  • zweimaliges Eingreifen
  • zwei Stockungen in der Vorwärtsbewegung
  • etc....

 

0 Punkte für

  • dreimal Ungehorsam
  • drei Hufe haben berührt
  • dreimaliges Eingreifen
  • 3 Stockungen in der Vorwärtsbewegung
  • etc...

 

Diese Note wird in die Spalte E der Ergebnislisten eingetragen.

 

Qualität / Stil

 

Die Stilnote ergibt sich mehr oder weniger aus der Ausführung und wird bewertet mit:

  • sehr gut                  +3 Punkte
  • gut                          +2 Punkte
  • zufriedenstellend    +1 Punkt 
  • mittel                        0 Punkte
  • mäßig                     -1 Punkt
  • schlecht                  -2 Punkte

 

Diese Note wird in die Rubrik S (Stil) der Ergebnislisten eingetragen.

 

Strafpunkte

 

Eine negative Note wird für die Überwindung eines Hindernisses bei grober Einwirkung oder der Verursachung gefährlicher Situationen vergeben: Die Note - 3 wird in die Rubrik P (Strafpunkte) der Ergebnislisten eingetragen.

 

 


Die Gesamtnote

 

Sie wird durch das Resultat E plus S minus P errechnet. (E + S - P) Sie kann im PTV nicht negativ sein - ist die Note 0 erreicht, ist es aus. Ein Sturz (von Pferd oder Reiter) innerhalb der Strafzone oder bei Überwindung des Hindernisses wird mit der Note 0 für dieses Hindernis (in der Spalte Ausführung) bewertet.

 

Für alle Hindernisse gilt: Die Bewertung 0 in der Spalte Ausführung bedeutet die Benotung 0 für die Gesamtbewertung des Hindernisses. Durchführen und danach Durchreiten des Hindernisses gilt als zweimal angeritten.

 

Wird ein Hindernis, das zu Pferd zu bewältigen ist, zu Fuß mit geführten Pferd überwunden, so ist die Wertung „0".

 

Das Auslassen einer Aufgabe oder eines Pflichttores führt zum Ausschluss aus dem PTV. Jedes Hindernis muß(!) dreimal angeritten werden (auch wenn es dann nicht überwunden wird) bevor der Parcours fortgesetzt werden kann.

Referentin Orientierungsreiten Kärnten

Beate Cekoni-Hutter

cekoni@tierarzt-ferlach.at


Landesfachverband für Pferdesport in Kärnten  • Referat Orientierungsreiten • Anzengruberstraße 37 • 9020 Klagenfurt office@orientierungsreiten-kaernten.com

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